Wenn Unterstützung sich plötzlich falsch anfühlt
Mindset Garage ist der Podcast von Ina Schmidt über Resilienz, mentale Gesundheit, Führung und persönliche Entwicklung. In dieser Folge der Mindset Garage geht es um die Frage: Bin ich eine Rabenmutter, wenn mein Kind regelmäßig bei den Großeltern ist?
Veronika teilt die Betreuung ihrer Tochter alle 14 Tage mit ihren Eltern. Ihre Mutter holt die Tochter aus der Kita ab, anschließend bleibt sie bis Samstagmittag bei den Großeltern. Für alle Beteiligten ist diese Zeit etwas Wertvolles: Die Großeltern genießen die gemeinsame Zeit, das Kind sammelt eigene Erfahrungen und Veronika gewinnt einige Stunden für sich, ihre Partnerschaft, Freundinnen oder den Haushalt.
Trotzdem löst dieses Modell bei ihr Gedanken und Zweifel aus. Denn viele Mütter kennen die Erwartung, rund um die Uhr für ihr Kind da sein zu müssen. Wer Verantwortung abgibt, könnte schnell das Gefühl bekommen, nicht genug zu leisten oder keine gute Mutter zu sein.
Dein Weg muss nicht für alle passen
Ein beiläufiger Satz auf dem Spielplatz hat Veronika besonders beschäftigt. Die Bemerkung, dass ihre Tochter freitags nicht für ein Playdate zur Verfügung stehe, fühlte sich für sie wie eine Kritik an. Vielleicht war sie gar nicht so gemeint. Trotzdem berührte sie einen Glaubenssatz, der oft bei Frauen tief sitzt: Eine Mutter sollte ihr Kind nicht regelmäßig abgeben.
Genau darum geht es in dieser Folge: um gesellschaftliche Rollenbilder, Erwartungen und die Frage, wie du Familie, Beruf und deine eigenen Bedürfnisse miteinander verbinden möchtest. Nicht jedes Modell passt für jede Familie. Aber nur weil etwas bisher anders gelebt wurde, muss es nicht automatisch der einzig richtige Weg sein.
Veronika möchte ihrer Tochter vorleben, dass es selbstverständlich sein darf, Unterstützung anzunehmen und Verantwortung zu teilen. Früher, so ein Gedanke aus der Diskussion, gab es ein ganzes Dorf, das bei der Erziehung geholfen hat. Heute kann dieses Dorf anders aussehen: durch Großeltern, Partner, Freunde, Nachbarn oder andere Vertrauenspersonen.
Dabei geht es nicht darum, ein bestimmtes Betreuungsmodell als allgemeingültige Lösung zu empfehlen. Was für eine Familie funktioniert, kann für eine andere nicht passen. Dein Weg darf sich verändern, wenn sich die Rahmenbedingungen verändern oder sich jemand mit der Lösung nicht mehr wohlfühlt.
Ein möglicher Anfang ist, dich ehrlich zu fragen: Was sind meine Bedürfnisse? Was würde ich mir wünschen, wenn alle Glaubenssätze für einen Moment keine Rolle spielen würden? Und welche kleine Stellschraube könnte dir helfen, diesem Wunsch ein Stück näherzukommen?
Reinhören lohnt sich
In dieser Folge sprechen Veronika und Ina darüber, warum es Mut braucht, eigene Wege zu gehen, Unterstützung anzunehmen und sich mit den eigenen Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Es geht um Vereinbarkeit von Beruf und Familie, Me-Time, mentale Entlastung und die Frage, wie neue Vorbilder entstehen können.
Vielleicht findest du dich in manchen Gedanken wieder oder hast selbst ein Modell entwickelt, das für dich und deine Familie funktioniert. Hör dir die komplette Folge der Mindset Garage an und komm mit in die Diskussion: Muss es wirklich so sein, wie wir es gelernt haben?
